Donnerstag, 28. Oktober 2021
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In 9 Monaten von 2021 an mehr Einsatzstellen tätig als im ganzen Jahr 2020

Corona bremst auch die FF Worzeldorf

Aktive Wehr stark gefordert, für den Verein fiel fast alles aus

 

Mit den 3-G wie gut aufgestelltes Personal, gut ausgestatteter Fuhrpark und gut ausgebildete Mannschaft lässt sich der Bericht von Kommandant Martin Metz bei der um acht Monate verschobenen Jahreshauptversammlung der FF Worzeldorf zusammenfassen. Wegen der Pandemie war die Fahrzeughalle als Tagungsraum umfunktioniert worden, hinter dem Podium präsentierte sich der Rüstwagen.

Martin Metz konnte von einem erfreulichen Mannschaftsstand berichten, zu den 57 Aktiven gehörten die 6 Jungen und 6 Mädchen der Jugendfeuerwehr. Damit gibt es 10 Feuerwehrfrauen, auch der Altersdurchschnitt ist auf 32 Jahre gesunken.

Die schlagkräftige Truppe war seit der letzten Versammlung im Januar 2020 viel gefordert. So waren die Worzeldorfer im ganzen Jahr 2020 73-mal tätig und kamen in den neun Monaten dieses Jahres bereits auf 75 Einsätzen. Dabei reichte der Aktionsradius weit über das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Worzeldorf hinaus nach Nürnberg bis ins Zentrum, aber auch nach Gebersdorf beim Brand des Großkraftwerks oder zum Waldbrand am Gewerbepark Feucht.

Neben den klassischen Tätigkeiten wie Brandbekämpfung und Verkehrsunfällen häufen sich besonders die Unwetterschäden, so galt es Bäume bei Schneebruch oder Sturm zu beseitigen oder überflutete Keller leer zu pumpen, was die Worzeldorfer bis nach Langwasser, zum Kohlenhof oder nach Gibitzenhof führte – hier war sogar ein Haus unterspült.

Besondere Anforderungen stellten im Berichtszeitraum auch drei Bombenfunde im Bereich des neuen Nürnberger Stadtteils Neulichtenreuth, wo es galt, einen Containerschutzwall mit 90 000 Liter Wasser zu füllen – danach mussten auch die Container wieder entleert und 500 Meter Schlauch gerollt werden.

Auch Personen in Not forderten die Worzeldorfer. So war eine Person aus einem Schacht zu retten, eine Person geriet bei Sturm unter einen Baum und in letzter Zeit wurde ein schlafender Bewohner aus seiner verqualmten Wohnung gerettet – zum Glück hatte der Rauchmelder Alarm geschlagen.

Dazu kamen noch Großeinsätze, neben dem Kraftwerk gab es im Zentrum von Nürnberg eine Explosion, und sowohl ein Brand im Recyclingbetrieb in Nürnberg wie Brände in der Müllverbrennung forderten die Worzeldorf, die mit zwei Löschgruppenfahrzeugen und Rüst- sowie Schlauchwagen bei Unwetterlagen teilweise an drei Einsatzstellen gleichzeitig tätig waren.

Vor dem Bericht des Kommandanten hatte Vorsitzender Uwe Lienhardt von einem erfreulichen Aufwärtstrend im Verein auf jetzt 352 Mitgliedern berichtet. Ein Wermutstropfen war die Absage nahezu aller Vereinsaktivitäten einschließlich der Ehrung langjähriger Mitglieder, der Vorsitzende hofft aber, wenigsten zum Jahresende bei einem Ehrenabend alle Jubilare von 2020 und 2021 gebührend würdigen zu können. Nach dem Bericht des Kassenwartes Rolf Raab über einen stabilen Kassenstand folgte noch die turnusmäßige Wahl eines Kassenprüfers, bei der Erich Metz in seinem Amt einstimmig bestätigt wurde.

Zum Schluss konnte Kommandant Metz noch über den Baufortschritt bei der Erweiterung des Feuerwehrhofes berichten. So ist der Baukörper an der Fahrzeughalle für die Umkleide- und Sanitärräume fertig, derzeit findet der Innenausbau und der Durchbruch in die Fahrzeughalle statt. Am ehemaligen Schlauchturm ist die Treppe im Inneren fertiggestellt, nun sollen die Öffnungen und Balkone für die Leiter- und Abseilübungen erstellt werden. Danach müssen noch das Nebengebäude und der Fahrzeughof saniert und die Regenrückhaltebecken eingebaut werden.

Bilder&Text: Thomas Karl

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