Donnerstag, 22. Februar 2018
Notruf: 112

Siebte notfallmedizinische Großübung

FF Worzeldorf nahm mit einer Gruppe und dem LF10  an der Übung teil

Am 15.07.17 fand die jährliche Fallbeispielübung der Freiwilligen Feuerwehr Altenfurt statt. Sowohl bei der Anzahl der Teilnehmer (22 Aktive aus acht Wehren) als auch bei der Zahl der Helfer (48 Personen)wurde ein neuer Rekord erreicht. Am Donnerstagabend hatten die Feuerwehrdienstleistenden bereits Gelegenheit, die benötigten Techniken noch einmal in Ruhe zu trainieren und Fragen zu stellen. Das erste Szenario bot den Teilnehmern eine akute allergische Reaktion nach Genuss von mandelhaltigem Kuchen. Hierbei stand die Atemnot der Patientin im Vordergrund. Der jungen Frau wurde daher Sauerstoff verabreicht und sie wurde in ihrer sitzenden Position unterstützt, um die Atmung zu erleichtern. Durch Medikamente des Notarztes, besserte sich der Zustand der Patientin zügig. Hierbei assistierten die Sanitäter der Feuerwehr bei der Vorbereitung der Medikamente und des Venenzugangs.

Das zweite Szenario fand erstmals abseits des Feuerwehrgeländes statt. Eine Gruppe junger Erwachsener hatte am Kirchweihplatz ein Zeltlager aufgeschlagen. Beim Versuch, das Lagerfeuer mit Benzin schneller zu entzünden kam es zu einer Stichflamme, die zwei der Feiernden schwer am Oberkörper verbrannte. Austretendes Benzin sorgte dabei zum einen für ein großflächig verbranntes Areal, aber auch dafür, dass der Kanister selbst innerlich brannte und dadurch heiß wurde beim Versuch, diesen Kanister unter Kontrolle zu bringen, verletzten sich zwei weitere Gäste leicht.

Unter den vier weiteren Patienten waren zwei schwer Alkoholisierte sowie zwei Frauen mit Bauchschmerzen. Während die eine ihr Insulin vergessen hatte und ihre Beschwerden im Rahmen einer Blutzuckerentgleisung hatte, setzten bei ihrer hochschwangeren Zeltnachbarin die Wehen ein. Die Urheberin des Brandes rannte in Panik auf die Straße und verursachte dabei einen Fahrradunfall. Abschließend kam noch die erzürnte Mutter einer der Feierenden herbei und erlitt vor Aufregung eine Blutdruckskrise, welche ihr starke Kopf- und Brustschmerzen verursachte. 

Die Aufgabe der Feuerwehrkräfte bestand nun nicht nur in der Patientenversorgung und Brandbekämpfung, sondern auch darin, die Lage zu sondieren und der Leitstelle (welche ebenfalls mit einer „Filiale“ an der Übung beteiligt war) die entsprechenden Informationen zukommen zu lassen, um das adäquate Nachrücken weiterer Kräfte zu ermöglichen. 

Im Zuge des Einsatzes kamen drei Rettungswagen und ein Krankenwagen, ein Einsatzleiter Rettungsdienst sowie drei Notärzte zum Einsatz. Bei letzteren fungierte einer als leitender Notarzt.

Die Zusammenarbeit der drei Fraktionen funktionierte sowohl auf Führungs- als auch Mannschaftsebene sehr gut. Auch ein (selbstverständlich geplanter) aggressiver Gaffer konnte den Einsatzablauf nicht nachhaltig stören. Das Feuer konnte rasch gelöscht werden. Drei Schwerverletzte mussten ins künstliche Koma versetzt und maschinell beatmet werden, die Leichtverletzten, und -Erkrankten und die Alkoholiker konnten nach Betreuung und Überwachung an den Rettungsdienst übergeben werden. Die Schwangere gebar schließlich ein gesundes Kind und wurde ebenfalls ins Krankenhaus verbracht. Besonderes Lob verdient die Arbeit des Teams der realistischen Unfalldarstellung, die sowohl qualitativ als auch quantitativ großartige Arbeit geleistet haben. In der folgenden Nachbesprechung wurden nicht nur die Gesamtlage und die einzelnen Krankheitsbilder nebst ihrer Versorgung durch die Helfer erörtert, sondern es gab auch für alle Anwesenden, sich zu stärken.

Im letzten Szenario wurde wieder einmal ein Treppensturz behandelt. Dabei zog sich die Patientin einen Bruch des Oberschenkelhalses zu. Da sie noch mitten auf den Treppenstufen lag, erfolgte als Erstes die Rettung auf das nahe Zwischengeschoss. Als Komplikation des Knochenbruchs kam es schicksalhaft zu einer sog. Fettembolie, bei der kleine Teile des Knochenmarks aus dem beschädigten Knochen ins Blut eindringen. Im gegebenen Fall führte dies zu einer unmittelbaren Verschlechterung der Patientin, die schließlich in einen Kreislaufstillstand mündete.  Die Herz-Lungen-Wiederbelebung musste zunächst unter beengten Verhältnissen im Treppenhaus durchgeführt werden. Hierbei kam auch der feuerwehreigene automatisierte Defibrillator zum Einsatz. In Zusammenarbeit mit dem Notarzt konnte die Patientin schließlich erfolgreich wiederbelebt werden.

Bericht: Martin Grieger (FF Altenfurt)

Bilder: Patrick Sturm

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